Jeff Bezos beteiligt sich am FC Liverpool
17.08.2026 (mp) Der FC Liverpool erhält einen prominenten neuen Investor. Die Eigentümergruppe Fenway Sports Group (FSG) hat den Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an ein Konsortium bestätigt, zu dem auch Amazon-Gründer Jeff Bezos gehört. Die Investorengruppe trägt den Namen 1892 Holdings – eine Anspielung auf das Gründungsjahr des englischen Traditionsklubs.
Angeführt wird das Konsortium vom britisch-indischen Unternehmer Amit Bhatia, der früher Miteigentümer der Queens Park Rangers war. Bhatia soll künftig zudem als neuer stellvertretender Vorsitzender in die Führung des FC Liverpool einziehen. Übereinstimmenden Presseberichten zur Folge umfasst die Beteiligung der 1892 Holdings 30 Prozent. Dadurch wird der Gesamtwert des FC Liverpool auf etwa 5,5 Milliarden Pfund (rund 6,4 Milliarden Euro) taxiert.
Erstes Profisport-Investment von Bezos
Neben Bezos' K5 Sports Fund gehören auch EE Capital, das Family Office von Facebook-Mitgründer Eduardo Saverin und dessen Ehefrau Elaine, zum Konsortium 1892 Holdings. Elaine Saverin soll künftig ebenfalls dem Vorstand des FC Liverpool angehören. Für Jeff Bezos ist die Beteiligung der erste größere Einstieg in den Profisport. Der Amazon-Gründer war in der Vergangenheit immer wieder mit möglichen Investitionen in verschiedene NFL-Teams in Verbindung gebracht worden.
Jeff Bezos gehört mit einem von Forbes geschätzten Vermögen von 271,4 Milliarden US-Dollar zu den reichsten Menschen der Welt. Einen Sitz im Vorstand des FC Liverpool wird er voraussichtlich jedoch nicht selbst übernehmen. Seine Interessen soll stattdessen von Bryan Baum, Managing Partner von K5 Global, vertreten werden.
Auch Eduardo Saverin zählt mit einem geschätzten Vermögen von rund 36 Milliarden US-Dollar zu den wohlhabendsten Unternehmern der Welt. Amit Bhatia, der mit einer Tochter des indischen Stahlmagnaten Lakshmi Mittal verheiratet ist, hatte erst kürzlich nach 18 Jahren seine Beteiligung an Queens Park Rangers aufgegeben.
„Wir sind unglaublich stolz darauf, in den FC Liverpool zu investieren und dies gemeinsam mit der FSG zu tun“, erklärte Bhatia im Namen von 1892 Holdings. „Wir haben größten Respekt und große Bewunderung für die FSG als Eigentümer und für alles, was sie an der Anfield Road erreicht hat.“ Die Aufnahme als Partner bei einem Klub dieser Größenordnung sei „ein enormes Privileg“. Man investiere, weil man fest an Liverpool und dessen Führung glaube und den Klub dabei unterstützen wolle, auch in den kommenden Jahren erfolgreich zu sein.
Für die tägliche Führung des Vereins soll sich durch den Einstieg der neuen Investoren zunächst nichts ändern. Die Fenway Sports Group bleibt Mehrheitseigentümerin und behält die operative Kontrolle über den Klub und hatte den FC Liverpool 2010 für rund 300 Millionen Pfund übernommen. Neben dem englischen Fußballklub gehört unter anderem auch das Baseballteam Boston Red Sox zum Portfolio der US-amerikanischen Eigentümergruppe.
Die neue Beteiligung ist zugleich die erste externe Minderheitsinvestition in Liverpool seit dem Einstieg von Dynasty Equity im September 2023. Das US-amerikanische Investmentunternehmen hatte damals rund drei Prozent des Klubs für etwa 200 Millionen US-Dollar erworben.
FC Liverpool wieder Spitze des englischen Fußballs
Unter der Führung der in Boston ansässigen FSG und ihres Hauptbesitzers John Henry hat Liverpool eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. 2020 beendete der Klub eine 30-jährige Durststrecke und gewann erstmals seit 1990 wieder die englische Meisterschaft. In der Saison 2024-2025 folgte ein weiterer Premier League-Titel. Damit zogen die "Reds" mit 20 englischen Meisterschaften mit Manchester United gleich und gehören nun zu den erfolgreichsten Vereinen in der Geschichte der englischen ersten Liga.
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